Fernsehen zerstört Lesefreude
Der Leiter der Studie Professor Bernd Schorb ist davon überzeugt, dass der relativ hohe Prozentsatz in der Bevölkerung an der Lesefaulheit der momentanen Elterngeneration liegt. Aufgrund des dominanten Fernsehens, das diese Generation geprägt hat, wurde die Lust am Lesen immer mehr verdrängt. 
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|  Eine aktuelle Studie ergab, dass Leseunlust weniger als bisher angenommen mit dem Bildungsniveau der Eltern zutun hat. (Foto: Sylvia Dorn)
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Die Erziehung zum Lesen hat nach einer jüngsten Untersuchung der Universität Leipzig weit weniger mit dem Bildungsniveau der Eltern zu tun als bislang angenommen. So hätten zwar bei den sogenannten lesenahen Familien 42,2 Prozent von rund 300 befragten Eltern das Abitur und nur 8,1 Prozent von ihnen einen Hauptschulabschluss, sagte der Leiter der Studie und Professor für Medienpädagogik, Bernd Schorb, am Donnerstag auf der Leipziger Buchmesse. Allerdings fänden sich auch in den sogenannten lesefernen Familien noch 18,5 Prozent Eltern mit allgemeiner Hochschulreife. Laut der Studie gelten rund neun Prozent der Befragten als leserfern. Der tatsächliche Prozentsatz in der Gesamtbevölkerung dürfte aber weitaus höher sein, sagte Schorb. Nach seiner Einschätzung liegt der relativ hohe Prozentsatz der Lesefernen auch darin begründet, dass jetzt erstmals eine Generation Eltern werde, die selbst schon mit einem dominanten Fernsehen aufgewachsen ist. In dieser Generation habe sich eine Lust am Lesen oft nur schwer entwickeln können. Jetzt als Erwachsene entfernten sie sich weiter vom Lesen und gäben dies auch entsprechend an ihre Kinder weiter, erklärte Schorb. Ein Weg, diese Familien für Bücher interessieren zu können, liegt nach Einschätzung von Simone Wenzler, Referatsleiterin Familienpolitik im sächsischen Sozialministerium, darin, stärker als bisher auf die Menschen zuzugehen. Es nütze wenig, Angebote in Büchereien zu machen, wenn diese Familien aus Prinzip keinen Fuß in eine Bücherei setzten, sagte sie. Ein erfolgversprechender Weg sei vielmehr, die Kinderärzte mit einzubinden und in den Praxen, wie es in Sachsen bereits in einem Modellprojekt gemacht werde, Buch-Starter-Sets an die Mütter auszuteilen. (31.03.08, ddp/lmh/han) |
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